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Der Ventilator musste per Hand oder mit Tretradantrieb auf eine Geschwindigkeit von 45 Umdrehungen in der Minute gebracht werden, um die erforderliche Luft-Nennmenge zu liefern. Die Luft wurde direkt in den technischen Raum geblasen, um im Unterstand einen leichten Luft-Überdruck herzustellen, der das Eindringen von Giftgasen durch Schießscharten oder andere Ritzen verhinderte. Im Fall eines Gasangriffs konnte man dieses System 48 Stunden lang betreiben, das heißt, bis die Filterpatrone gesättigt und deswegen unwirksam war.

Eine Filterpatrone besteht aus drei hintereinander montierten, durch Schrauben und Dichtungen verbundenen Zylindern. Diese Zylinder enthalten, von oben nach unten, einen Vorfilter, einen Filter für Arsenwasserstoff und einen letzten für sonstige Kampfstoffe. Sie enthalten Aktivkohle und papierne Elemente. Die gesamte Filterpatrone wiegt etwa 230 kg.

Links von der Lüftungsanlage befindet sich der Zugang zum Schartenturm. Dieser Turm überragt die Bunker-Decke außen um einige Zentimeter, sodass aus seinen 5 Scharten die gesamte nähere Umgebung überwacht und im Notfall auch beschossen werden kann. Hauptaufgabe des Turms war die Überwachung der Straße zum Rhein und des Muehlrheins. Die Scharten konnten sowohl passiv zur Beobachtung (mit Winkelspiegeln) wie aktiv mit MG oder Granatwerfer eingerichtet werden. Das gerade nicht benutzte Gerät hing griffbereit im Turm an einem kreisförmigen Geländer unterhalb der Scharten. Verfügbar waren hier auch Munition für das MG, ein Telefon und eine tragbare Leuchte deren Benutzung während des Beobachtens allerdings nicht gestattet war. Der Scheitel des Turms ist zur Aufnahme eines Rundblickfernrohrs durchbohrt.

In der Längsachse des Turms leitete ein senkrechtes Rohr die Hülsen der verschossenen MG-Patronen in einen Behälter am Fuß des Turms ab. Der Behälter saß innerhalb eines luftdicht geschlossenen Gehäuses, aus welchem ein kleines Handgebläse die Pulvergase entfernen konnte, sodass das Ausleeren des Hülsen-Behälters  ohne Freisetzen von giftigen Pulverdämpfen erfolgen konnte. Die Stehbühne des Schartenturms war in der Höhe verstellbar; somit konnte jeder Beobachter diese Bühne mit einer Handkurbel so einstellen, dass seine Augen genau in Schartenhöhe lagen. Ein Gegengewicht erleichterte dem Beobachter dabei die Einstellung.